Ein Bild besteht aus vielen Puzzlestücken – wie aber sammeln wir diese?

„Das große Bild“ setzt sich aus vielen Puzzlestücken zusammen. Im Englischen ist „connecting the dots“ ein schönes Äquivalent. Nichttriviale Grundvoraussetzung ist jedoch, zunächst einmal über die richtigen Puzzlestücke zu verfügen (siehe die Mantras beim Lösen von Problemen). Wie aber sammelt man Puzzlestückchen? Drei Gedanken dazu:
1) Eine Handvoll eingegrenzter, spannender Suchfelder erhöht die Erfolgschancen.
2) Die „altmodischen“ Methoden sind immer noch die besten.
3) Puzzlestücken gehören gesammelt, nicht gejagt.

Ähnlich wie bei Tangram können Puzzlestücke zu vielen Bildern zusammengesetzt werden. Das ist erlernbar und „Bandbreite“ für viele Themen ist eine Frage der Erfahrung. Wie aber finden sich die Puzzlestückchen zu einem gegebenen Thema?Interessensschwerpunkte und Hobbies erscheinen unabdingbar. Wenn Sie sich für Fahrräder begeistern und dann einen Artikel lesen über jemanden, der  ein Boot aus Pappe gebaut hat, dann fragen Sie sich: kann man auch ein Fahrrad aus Pappe bauen? Die Einengung auf eine Handvoll solcher Themen macht die ganze Welt zu Assoziationsquellen, aus denen Sie auch bei neuen Themen sehr schnell und sehr tief schöpfen können.

Sie haben Ihre Themen schon, zu denen Sie ständig „Puzzlestücke sammeln“? Auf dem Schreibtisch meines Vaters stehen „Zettelkästen“. Ein Zeitungsartikel? Eine Beobachtung auf der Autobahnraststätte Richtung Santiago de Compostela? Ein Hinweis in einem Gespräch? – Alles kommt auf einen Zettel. Über die Jahre entsteht so eine ansehnliche Sammlung. Ein neuer Gedanke erscheint so wertvoll, dass er nicht verloren gehen sollte, passt aber in keine der bestehenden Sammlungen? Dafür gibt es einen Zettelkasten mit „interessanten anderen Dingen“. Und auch diese Zettel fangen irgendwann einmal an, sich zu neuen Themen zusammen zu setzen und erhalten schließlich ihren eignen Kasten. Was ich sagen will: wir sollten die altmodischen Zettelkästen, deren Inhalt wir vor uns ausbreiten können, nicht unterschätzen.

Zettelkästen gehören jedoch gehegt und gepflegt. Es geht um die Kulturtechnik des Sammelns und nicht um das „Jagen“. Auf der Lauer zu liegen nach „dem einen großen Puzzlestück“ und es dann stolz nach Hause zu tragen ist der falsche Ansatz. Menschen mögen von sich aus eher so oder so an Dinge herangehen. Aber Puzzlestücke gehören gesammelt.

Was Sie also tun können ist:
Themen finden, die Sie von ganzem Herzen interessieren
Gut sortierte Zettelkästen dazu anlegen
Ständig Puzzlestücke sammeln.
So laufen Sie mit offenen Augen durch die Welt, bilden ständig neue Assoziationen und legen gelegentlich neue Zettelkästen an. Sozusagen als Nebeneffekt können Sie auch all diese Puzzlestücke mit ihren vielen Verknüpfungen schnell zu neuen Themen umsortieren und originelle neue Bilder erstellen.